Freitag, 04. März; 00.00 Uhr
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So, ich weiss, dass dieser Artikel lange auf sich hat warten lassen, doch dafür gibt es einige Gründe. Erstmal wieder die Umstellung auf Deutschland und ein paar Standard-Termine nach einer Rückkehr. Das Leben hier ging ja quasi nahtlos weiter. Direkt am Samstagmorgen nach Ankunft einkaufen etc. und abends direkt Theater am Beisenkamp – das volle Resozialisierungsprogramm.
Dann musste ich einen ähnlichen Artikel und weitere Dokumente für die Abrechnung mit der Uni Münster erstellen.
Der Hauptgrund, weshalb ich diesen Artikel etwas vor mir hergeschoben habe, ist die Tatsache, dass man mit einem Abschluss(!)-artikel irgendwie einen Strich unter das Kapitel setzt und das sich komisch anfühlt, als würde man einfach irgendwas auf einer To-Do-Liste locker abhaken.
Es hat halt irgendwie etwas endgültiges (…) – ich hoffe ihr verzeiht die Wartezeit!
Und da man (bzw. ich) keinen endgültigen Strich unter das Erasmussemester setzen mag, habe ich es halt immer aufgeschoben ![]()
Nun, letztendlich habe ich mich dazu entschlossen den Artikel heute zu schreiben, da ich an diesem Tag exakt 1 Monat daheim bin, ebenfalls ein Freitag und ebenfalls der 4. des Monats!
Wenn das mal kein Fingerzeig ist (…)
Zudem ist es, glaube ich, leichter mit etwas Abstand zurückzublicken, als wenn man einen solchen Artikel zeitnah nach Rückkehr verfassen würde.
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Nun denn, auf geht’s:
Im Grunde ist es schwierig das ganze Semester mit all seinen Erfahrungen und Erlebnissen in einen einzigen Artikel zu pressen. Ich habe ja relativ viele Artikel geschrieben, um das immer etwas zu entzerren, doch selbst in diesen Artikeln steht bei weitem nicht alles drin, was ich dort erlebt habe. Manches nicht, weil ich ja Prioritäten setzen muss – eine Art Auslese sozusagen – und anderes ist nicht für jedermanns Auge gedacht
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Das Problem, was ich mit diesem Artikel habe, hat sich bereits in Gesprächen mit diversen Menschen abgezeichnet. Die Standardfrage ist ja natürlich: “Und? Wie war’s? – erzähl mal…!”
Die Antwort, die sich ebenfalls als Standard etabliert hat, sah meist so aus: “Es war saugut (…) – doch: Wo soll ich anfangen?”
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Es gibt einfach keinen roten Faden, selbst als ich es mit Brainstorming versucht habe, konnte ich nicht flüssig erzählen, da immer wieder neue Gedanken aus völlig anderen Richtungen vor das geistige Auge fliegen.
Natürlich könnte man “Highlights” (allein den Inhalt dieses Wortes zu definieren scheint vermessen) nennen, doch man würde dem Erlebten nicht gerecht, da der ganze Aufenthalt ein einziges Highlight war und immer noch ist.
Wenn mir dann Erzählaufforderung gestellt wurde, habe ich das immer in Kategorien getrennt, wie: Leben an der Uni, Studien und Kurse, Reisen, die Stadt, meine WG, usw.
Doch immer(!) habe ich im Nachhinein gemerkt, dass ich entscheidende Punkte vergessen habe.
Ich merke auch, wie ich hier gerade an Struktur verliere, da der eigentliche Artikelinhalt immer noch nicht begonnen hat. ![]()
Ich werde deshalb jetzt einfach mal drauflosschreiben und schauen, was dabei rumkommt.
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Also:
Dass das halbe Jahr in Logroño durchweg positiv war, ist vermutlich nur schwierig zu erraten, ich denke diese Wertung hat sich durch jeden meiner Artikel gezogen.
Doch woran liegt das?
Ich weiss noch genau, wie ich aus dem Flughafen in Bilbao getreten bin, mitten in die spanische, warm-sonnige Welt. Ich habe schon damals den Filmszenenvergleich gezogen:
Man tritt aus einer Tür in eine neue Welt, bleibt stehen, lässt die Koffer fallen und schaut erstmal nach links und rechts – bei mir aufgrund der Ratlosigkeit.
Ich wusste ja überhaupt nicht wie es weitergeht, wohin ich muss und vor allem ob und wie ich nach Logroño kommen sollte. Ich habe mir damals im Vorhinein schon Sätze im Kopf zusammengebastelt, die hilfreich sein könnten, etwa: Wo ist dasunddas, Wie komme ich nach XY, …!
Wenn man aber erstmal vor dem spanischen Busfahrer steht, ist alles wie weggeblasen und es heisst Improvisieren.
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Hat ja auch gut geklappt, schliesslich habe ich es ja nach Logroño geschafft und habe sogar meine WG fix gefunden. Seitdem ich dort meinen Koffer ausgepackt hatte, ging auch alles Schlag auf Schlag. Das ist wie eine Kettenreaktion oder der bekannte Schneeballeffekt: Ich habe Marc und Ben kennengelernt, die wiederum schon einen Tag vorher angekommen waren und schon diverse Erasmusmenschen getroffen hatten. Am ersten Abend bin ich ja dann mitgegangen und habe selbst viele neue Gesichter auf ein Mal kennengelernt. Darüber dann wieder andere und so weiter.
Durch gemeinsame Abende, Kurse und dergleichen hat sich dann ein harter Kern ergeben, der viel gemeinsam gemacht hat. Natürlich gab es innerhalb dieses Kerns nochmal Kleingruppen, wie z.B. unsere WG, die Mexikanerinnen, die Irinnen und dergleichen.
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Schlussendlich habe ich jedoch sooo viele Menschen kennengelern, den Großteil von ihnen auch sehr gut. Das ist das Tolle an Erasmus: Jetzt kenn ich einen großen Haufen Menschen aus aller Herren Länder, aus der ganzen Welt kommend:Italien, Frankreich, USA, Kanada, Irland, Australien, Slowakei, Mexiko, Argentinien, Brasilien, Niederlande, Belgien, Österreich, usw.
Zu den meisten habe ich auch noch regelmäßigen Kontakt – zu solchen Zwecken sind die sozialen Netzwerke wie Facebook ja wirklich nützlich.
Bis auf wenige Ausnahmen waren auch alle von ihnen wirklich cool drauf und sehr entspannt.
Ich glaube, dass man das auch sein muss, wenn man sich für Erasmus entscheidet, vor allem mit der Prämisse dort eine schöne Zeit verbingen zu wollen und nicht streberhaft den ganzen Tag am eigenen Schreibtisch zu sitzen, sodass man zwar hinterher die Struktur der Tapete auswendig beschreiben kann, aber nichts wirklich erzählenswertes und außergewöhnliches erlebt hat. Bei vielen Menschen hatte man aber schon nach sehr kurzer Zeit das Gefühl, sie bereits eine halbe Ewigkeit zu kennen – das ist wirklich faszinierend.
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Neben den ganzen Erasmus-Studenten muss ich natürlich auch José-Maria, den nach wie vor coolsten Professor den ich kenne, erwähnen. Von der ersten Sekunde an mehr als sympathisch, immer enorm fair und witzig. Die Sportkurse waren deshalb auch mehr Vergnügen als Anstrengung oder etwa Pflicht. Dass ich 2 Kurse verpasst habe, hat mich auch sehr geärgert.
Aber über das Thema Sportkurse habe ich ja quasi in jedem Artikel schon in höchstem Lobgesang geredet
Wenn ich schon so positiv über die “Pflichten” – also die Kurse und Studien in meinem Auslandssemster schreibe, kann der geneigte Leser leicht erahnen, dass auch der Rest ein Prädikat verdient hat, das positiv mehrfach übertrifft.
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Der Unterschied zwischen Spanien und Deutschland, für den ich den – wie ich finde – wirklich passgenauen Slogan “1 Kontinent aber 2 Welten” kreiert habe, ist gerade nach der Rückkehr allgegenwärtig. Spanien gefällt mir halt einfach besser, sei es aufgrund des Lebens vor Ort, der Kultur, der Menschen und deren Umgang untereinander oder einfach dieser anderen Mentalität – kurz: Spanien rockt!
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Aus finanzieller Sicht war das Semester sicher nicht das günstigste halbe Jahr meines Lebens – doch war es jeden einzelnen Cent wert. Die Erfahrungen, die ich dort gesammelt habe, sind im Grunde unbezahlbar – jedenfalls nicht mit Geld aufzuwiegen. Alleine die Trips nach Madrid und Barcelona waren einfach nur perfekt und hätten einfach in keinem Moment anders ablaufen sollen (Okay, ich mach eine Ausnahme, was den Diebstahl angeht
).
Genauso wie mein kleines Surf-Abenteuer…
Für gewisse Momente lebensgefährlich und ich sah mich näher am weißen Licht als am Sandstrand, doch ingesamt auch nur durchweg positiv zu bewerten, ich bin froh noch in SanSebastian geblieben zu sein und mich für das Surfen entschieden zu haben. Gerade da es einer von vielen (kleinen) Träumen war, hätte ich mich mit Sicherheit nun geärgert – hätte ich die Chance damals ausgelassen.
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Was ist sonst noch erwähnenswert? Im Grunde alles, ich werde versuchen ein paar Dinge stichwortartig rückblickend zu würdigen: Reisen & Trips, jede WG-Party, Disconächte, Geburtstage, Beerpong-Abende, Pinchos(!!!), das Leben in der WG, meine Mitbewohner, … – eigentlich kann ich diese Liste endlos weiterschreiben.
Alleine meine WG und das Leben dort vermisse ich quasi täglich, weil alles so umkompliziert und in jedem Moment einfach nur unfassbar witzig war.
Theoretisch könnte ich zu jedem der o.g. Stichworte noch viele lobende Worte finden und in viele kleine Textabschnitte aufteilen, doch das würde das Ausmaß dieses Artikels mehr als sprengen.
Es ist einfach sehr sehr schade, dass die ganze Gesichte auf das halbe Jahr begrenzt ist. Ich bin wirklich neidisch auf die, die auf 1 Jahr verlängert haben und auf die, die dann begonnen haben, als ich gefahren bin. Wenn Logroño schon im Winter so lebenswert und wetterfreundlich ist (man erinnere sich an die 16°C Anfang Januar) – wie saucool muss es dann dort im Sommer sein?
Naja, dafür werden sie SanMateo nicht miterleben, das ist ja immer im September fest terminiert. ![]()
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Insgesamt bin ich mehr als zufrieden und froh, mich damals für ein Auslandssemester entschlossen zu haben. Auch wenn ich erst Zweifel hatte, da keiner meiner Ursprungswünsche berücksichtigt wurde und meine Koordinatorin mich eigentlich eigenmächtig nach Logroño “versetzt” hat und ich Angst hatte in einem kleinen verschlafenen Nest zu landen (ich hatte zuvor NIE davon gehört) – bin ich ihr heute mehr als dankbar!
Wirklich Angst, dass etwas schlecht läuft oder nicht klappt, hatte ich nie. Vor Beginn war natürlich dieses Gefühl da, das man hat, wenn einen etwas Neues, Unbekanntes erwartet und das über einen längeren Zeitraum, doch wirklich aufgeregt war ich nicht – wieso auch?
Es ist und bleibt einfach etwas für die Ewigkeit, an das ich mich mit hundertprozentiger Sicherheit immer(!) äußerst gerne zurückerinnern werde.
Man muss es einfach jedem raten so etwas mitzumachen, wenn es das Studium vorsieht oder erlaubt, dann sowieso – aber auch wenn man keine Fremdsprache oder ähnliches studiert, sollte man ein Urlaubssemester anstreben und von der Möglichkeit einer solchen Reise Gebrauch machen – es lohnt sich einfach jeder einzelne Augenblick!
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Wenn ich vorher noch ein paar Sekunden gebraucht habe, um alltägliche spanische Wörter (Tür, Straße, Haus, Essen, ….) in mein Gedächtnis zu rufen – so weiss ich sie jetzt aus dem Stehgreif – für meine Sprachkenntnisse war die Reise in jeder Hinsicht förderlich, da ich mich merklich verbessert habe. Klar, wir haben viel Englisch geredet (bzw. Deutsch mit Marc & Ben) und es hätte mehr Spanisch sein können, doch es ist wie es ist – und viele Momente wären anders verlaufen, also was soll’s?
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Was ich allerdings nicht zwingend nochmal machen würde, wäre das Unterbrechen eines Auslandsaufenthaltes – wie es durch die Weihnachtsferien geschehen ist. Ich glaube es wäre besser gewesen, die ganze Zeit am Stück dort zu bleiben – so wie ich es gemacht habe, waren die Ferien so etwas wie ein Einschnitt, der nicht so ganz gepasst hat und inhaltlich anders verlaufen ist, als ich es erwartet hätte. Würden die Ferien jetzt noch einmal in der Zukunft liegen, würde ich wohl nicht nach Deutschland kommen – nunja, man lernt aus Fehlern.
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Eigentlich wäre so langsam Zeit für einen abschließenden Satz, doch der ist genauso schwierig zu realisieren wie der gesamte Artikel an sich.
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Wie bereits gesagt, ich bereue keinen Moment und bin sehr stolz ein Teil dieser wunderbaren Erasmusgruppe gewesen zu sein und freue mich, dass ich das Erasmussemester in Logroño erleben durfte. Es war perfekt so wie es war – jede einzelne Sekunde – und ich plane schon sehr bald zu Besuch zurückzukehren.
Es war jedenfalls Anreiz für weitere Reisen und hat mich motiviert, mich weiter und intensiver mit der spanischen Sprache auseinanderzusetzen – was ja auch meinem Studium zugute kommen würde.
Natürlich vermisse ich die Zeit und das Leben dort – quasi täglich – und wünschte, dass es noch weitergegangen wäre, doch der große Plan sieht nunmal etwas anderes vor.
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Ich danke jedoch jedem herzlich, der irgendwie involviert war: Den Menschen in Spanien, den Verantwortlichen der Uni Münster und der Uni La Rioja in Logroño und allen anderen, mit denen ich während des Semesters in Kontakt stand und die irgendwie beteiligt waren.
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Des Weiteren danke ich natürlich den (treuen) Lesern dieses Blogs. Ich habe vereinzelt Rückmeldung bekommen, die war dann auch immer sehr positiv, was mich dazu veranlasst hat, den Blog über die ganze Zeit fortzusetzen. Ich hoffe, es war meistens spannend, lustig und interessant mitzuverfolgen, wie mein Leben als Erasmusstudent aussah. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, Artikel für diesen Blog zu verfassen, auch wenn das wirklich eine Menge Arbeit ist, insofern man ein gewisses Mindestniveau erreichen und halten will. Letztendlich ist das ganze ja so eine Art Tagebuch, das mich davor bewahrt Erlebnisse zu vergessen, wenngleich ich nicht glaube, dass das so schnell passieren wird. Wenn doch, kann ich und natürlich auch ihr immer hier einen schnellen Blick hineinwerfen.
Nungut, der Blog wird so wie er ist, online bleiben und er wird für diverse weitere Aktionen oder zur Planung diverser Ereignisse genutzt werden. Schaden kann es eh nicht hier mal reinzuschauen, doch das Kapitel Erasmussemester in Logroño ist hiermit leider beendet
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Vielen vielen Dank an alle Leser – man sieht sich in der Zukunft und vielleicht auch hier nochmal wieder – wer weiss welche Reisen noch folgen werden…
Bis dahin, beste Grüße!
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Muchas gracias, espero que nos veamos pronto y muchos saludos, besos y abrazos a todos!!!!
Christoph
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